Qualifizierungsprogramm Auftragnehmer der Deutschen Telekom

1. Zielsetzung des Programms

Im Zuge des bundesweiten Glasfaserausbaus (FTTx) steigt der Bedarf an qualifizierten Fachkräften im Bereich Lichtwellenleitertechnik (LWL). Die Deutsche Telekom hat daher gemeinsam mit der Fachqualifizierung Technik (FQT) ein strukturiertes Qualifizierungsprogramm für externe Auftragnehmer entwickelt.

Ziel ist es, Monteure und Techniker praxisnah, standardisiert und gemäß den technischen Anforderungen der Telekom (u. a. ZTV48 / ZTV43) zu qualifizieren und zu zertifizieren.

Das Programm wird organisatorisch durch die Fachqualifizierung Technik (FQT) verantwortet. Ansprechpartner im Kontext des Programms sind u. a. Jakob März sowie weitere verantwortliche Personen aus dem Qualifizierungsumfeld (u. a. Georg Elsner, Marcus Nickel, Philip Streich).


2. Qualifizierungsstufen und Lehrgänge

Das Programm besteht aus zwei zentralen Zertifizierungslehrgängen:

LWL-Monteur Fernmeldetechnik 

Zielgruppe:
Monteure mit abgeschlossener technischer Ausbildung, die in den Glasfaserausbau einsteigen möchten.

Dauer: 5 Tage (inkl. Theorie, Praxis und Prüfung)

Inhalte (Auszug):

  • Grundlagen der LWL-Technik

  • Netzarchitekturen und passive Netzelemente

  • Montage von Glasfaser-Muffen

  • Spleißtechnik (Fusionsspleiß)

  • Steckverbindertechnik

  • Prüfung von Glasfaseranschlüssen

  • Unfallverhütung & Laserschutz

Praxisanteil: ca. 60 %
Theorieanteil: ca. 40 %

Prüfung:

  • Praktische Montageaufgabe

  • Schriftlicher Multiple-Choice-Test

Abschluss mit bundesweit anerkanntem Zertifikat.


LWL-Messtechniker in Fernmeldenetzen 

Zielgruppe:
Techniker mit fundierter Erfahrung in der LWL-Technik.

Dauer: 5 Tage (inkl. Prüfung)

Schwerpunkte:

  • OTDR-Messtechnik

  • Dämpfungsmessungen

  • Messungen in FTTH-GPON-Netzen

  • Störungssuche in FTTx-Netzen

  • Netzstrukturen und GPON-Grundlagen

  • Bewertung und Dokumentation von Messergebnissen

Ziel ist die qualifizierte Entstörung und messtechnische Abnahme von Glasfasernetzen.


3. Standorte und Bildungspartner

Die Zertifizierungen für Auftragnehmer erfolgen über offizielle Bildungspartner der Telekom:

  • Handwerkskammer Potsdam

  • Fiberhelp (Steinenbronn)

  • Handwerkskammer Lübeck

Diese Partner verfügen über spezialisierte Glasfaser-Montage- und Messräume sowie zertifizierte Trainer.

Zusätzlich gibt es interne FQT-Standorte der Telekom (u. a. Hamburg, Stuttgart, Bonn, Freising), an denen weiterführende technische Qualifizierungen stattfinden.


4. Mehrwert für externe Auftragnehmer

✔ Bundesweit anerkanntes Zertifikat
✔ Qualifikation gemäß Telekom-Standards (ZTV)
✔ Hoher Praxisanteil
✔ Direkte Einsatzfähigkeit im FTTH-/FTTx-Ausbau
✔ Erfüllung der Qualitätsanforderungen großer Netzbetreiber

Das Programm stellt sicher, dass externe Partner technisch auf einem einheitlichen Qualitätsniveau arbeiten und die hohen Standards der Deutschen Telekom erfüllen.


5. Bedeutung für den Glasfaserausbau

Das Qualifizierungsprogramm ist ein zentraler Baustein der Telekom-Qualitätssicherung im Glasfaserausbau. Durch strukturierte Ausbildung, standardisierte Prüfungen und enge Zusammenarbeit mit zertifizierten Bildungspartnern wird:

  • die Montagequalität erhöht

  • die Fehlerquote reduziert

  • die Entstörzeit verkürzt

  • die Kundenzufriedenheit gesteigert

Damit leistet das Programm einen wesentlichen Beitrag zur erfolgreichen Umsetzung der Gigabitstrategie in Deutschland.

OTDR Messauftrag
Arbeiten nach Plan

E VDE 0800-230 – Leitlinie Qualifizierung Breitband

Die Leitlinie E VDE 0800-230 ist Bestandteil der Normenreihe VDE 0800 und adressiert die Qualifizierung, Kompetenzanforderungen und Qualitätssicherung im Breitband- und Glasfaserausbau. Sie wurde vor dem Hintergrund des stark zunehmenden Ausbaus von FTTH- und Hochgeschwindigkeitsnetzen entwickelt und reagiert auf den steigenden Bedarf an einheitlichen, vergleichbaren Qualifikationsstandards für Fachkräfte entlang der gesamten Wertschöpfungskette.

Ziel der Leitlinie ist es, Mindestanforderungen an Fachkenntnisse, praktische Fertigkeiten und Verantwortlichkeiten für Tätigkeiten an passiven und aktiven Breitbandinfrastrukturen festzulegen. Sie richtet sich insbesondere an Netzbetreiber, ausführende Bau- und Montageunternehmen, Schulungsanbieter, Zertifizierungsstellen sowie öffentliche Auftraggeber. Die Leitlinie unterstützt diese Akteure dabei, Qualifikationen transparent zu bewerten und Qualität im Netzbau nachhaltig sicherzustellen.

Ein wesentlicher Schwerpunkt der E VDE 0800-230 liegt auf der Beschreibung von Qualifizierungs- und Kompetenzprofilen für unterschiedliche Tätigkeitsfelder. Dazu zählen unter anderem Planung, Tiefbau, Installation, Montage, Spleißtechnik, Messtechnik, Prüfung, Inbetriebnahme sowie die normgerechte Dokumentation von Breitband- und Glasfasernetzen. Neben technischen Fertigkeiten werden auch sicherheitsrelevante Aspekte berücksichtigt, etwa der sachgerechte Umgang mit Lichtwellenleitern, Lasersicherheit, Messmitteln und Werkzeugen.

Die Leitlinie versteht sich als Orientierungs- und Referenzrahmen und nicht als starre Ausbildungsvorschrift. Sie schafft eine einheitliche Grundlage für die Entwicklung von Schulungs-, Weiterbildungs- und Zertifizierungsprogrammen und trägt zur Vergleichbarkeit von Qualifikationsnachweisen bei. Dadurch wird die Qualität der Ausführung erhöht, Fehlerquellen werden reduziert und die langfristige Betriebssicherheit der Netzinfrastruktur verbessert.

Im normativen Kontext steht die E VDE 0800-230 in Verbindung mit weiteren relevanten Regelwerken. Dazu zählen insbesondere die Normenreihe VDE 0800 für Telekommunikationsanlagen, die DIN EN 50173 für anwendungsneutrale Kommunikationskabelanlagen, die DIN EN 50174 zur Installation von Kommunikationsverkabelung sowie die DIN EN 60794 für Lichtwellenleiterkabel. Ergänzend sind Normen zu LWL-Steckverbindern (DIN EN 61754), Messverfahren an Glasfaserstrecken (DIN EN 61280-4-x) sowie zur Lasersicherheit (DIN EN 60825) von Bedeutung. Darüber hinaus spielen technische Anschlussbedingungen der Netzbetreiber, Arbeitsschutzvorgaben und Dokumentationsanforderungen öffentlicher Förderprogramme eine wichtige Rolle.

Insgesamt leistet die Leitlinie E VDE 0800-230 einen wesentlichen Beitrag zur Professionalisierung des Breitbandausbaus in Deutschland. Sie unterstützt die Sicherstellung hoher Ausführungsqualität, fördert die nachhaltige Qualifizierung von Fachkräften und schafft Vertrauen in die Leistungsfähigkeit und Zukunftssicherheit moderner Glasfasernetze.

Messtechnik & Spleisstechnik Vortrag

Schulungen und Weiterbildung rund um Glasfaser sind in Deutschland längst ein zentraler Erfolgsfaktor – nicht nur, weil der Ausbau rasant wächst, sondern weil Qualität, Dokumentation und Nachweisführung immer stärker geprüft werden. Eine professionelle Glasfaser Schulung oder Glasfaser Weiterbildung sorgt dafür, dass Montage- und Messteams sicher arbeiten, Fehler vermeiden und Projekte schneller abnahmefähig werden. Genau deshalb sind Formate wie Glasfaser Seminar, FTTH Workshop und FTTx Seminar heute fester Bestandteil vieler Unternehmen, Kommunen und Netzbetreiber.

Typische Betreiber- und Auftraggeberwelten im Glasfaserausbau sind vielfältig. Beispiele für Glasfaser Netzbetreiber bzw. Marktteilnehmer sind u. a. die Telekom, Vodafone, GlasfaserPlus, Deutsche Glasfaser, OXG und Versatel sowie regionale Strukturen wie Stadtwerke und Zweckverbände; auch Infrastrukturnetze, z. B. im Umfeld der Deutschen Bahn, gehören in dieses Spektrum. Für Anforderungen an unbeschaltete Glasfaser (Dark Fiber) existieren daneben spezialisierte Anbieter und Carrier. Diese Aufzählung dient ausschließlich als Übersicht ohne Wertung. Eine vollständige, regelmäßig aktualisierte Liste der gemeldeten Unternehmen (Anbieter von Telekommunikationsdiensten und Betreiber öffentlicher Telekommunikationsnetze) veröffentlicht die Bundesnetzagentur als Verzeichnis gemäß § 5 TKG. (Bundesnetzagentur)

Bei fiberhelp steht Praxisnähe im Mittelpunkt: Das Glasfaser Schulungzentrum ist gut ausgebaut und auf realistische Netzaufbauten ausgelegt – ideal, um LWL Grundlagen und fortgeschrittene Inhalte direkt „hands-on“ zu trainieren. Zusätzlich verfügt fiberhelp über eine Telekom Qualifizierung für die Zertifizierungslehrgänge. So verbindet eine Glasfaser Schulung bei fiberhelp Theorie, Praxis und die Anforderungen aus Projekten und Standards.

Der Einstieg gelingt meist über LWL Grundlagen: Kabel- und Fasertypen, Dämpfungsarten, Steckverbinder, Spleißkonzepte und typische Fehlerbilder im Ausbau. Darauf bauen Spezialisierungen auf, zum Beispiel LWL Spleißtechnik in einem intensiven Glasfaser Seminar oder FTTx Seminar. Hier geht es um sauberes Absetzen, Reinigen, Cleaven, Fusionsspleißen, Schutz und Ablage in Kassetten – inklusive systematischer Fehleranalyse. In der Gerätepraxis wird oft mit Spleißgeräten von Fujikura und Sumitomo gearbeitet (inkl. Telekom Freigabe, wie sie in vielen Projekten gefordert bzw. erwartet wird), damit Ergebnisse reproduzierbar passen – auch unter Baustellenbedingungen.

Ein zweiter Schwerpunkt jeder hochwertigen Glasfaser Weiterbildung ist die Messtechnik – denn die Abnahmemessung ist die Basis für eine saubere Übergabe und unterstützt im werkvertraglichen Kontext die Abnahme als entscheidenden Meilenstein nach § 640 BGB. (Gesetze im Internet) Dazu gehören OTDR Messung, Pegel-/Dämpfungsmessung und die sichere Interpretation von Ereignissen (Stecker, Spleiß, Makrobiegungen, Reflexionen). In Trainings wird häufig mit OTDR von EXFO und OTDR von VIAVI gearbeitet, damit Bedienung, Parameterwahl und Auswertung später im Alltag sicher sitzen. Besonders die Abnahmemessung Glasfaser verlangt klare Abläufe: Referenzierung, Messrichtung(en), saubere Stecker, passende Wellenlängen und eine nachvollziehbare Dokumentation.

Normen geben dabei den Rahmen vor: In der Glasfaser Schulung werden Mess- und Abnahmeprinzipien typischerweise an DIN EN 61280-4-2 und DIN ISO/IEC 14763-3 ausgerichtet – also an Standards für vergleichbare Messergebnisse und belastbare Dokumentation. Ergänzend spielen je nach Auftraggeber Vorgaben aus ZTV, ZTV-43 und ZTV-48 eine Rolle, weil sie Qualitäts- und Ausführungsanforderungen (inkl. Nachweisen) strukturieren.

Wichtig ist außerdem: In Deutschland sind optische Messungen im geförderten Ausbau in der Praxis fest eingeplant. Das Gigabitbüro des Bundes begleitet den Glasfaserausbau u. a. durch Qualifizierung und Information. (Gigabitbüro) Für die Bundesförderung Gigabit gibt es zudem ein „Einheitliches Messkonzept“, das die Mess- und Nachweisführung (inkl. optischer Messungen, z. B. OTDR-/Dämpfungsmessungen und Dokumentationsanforderungen) für geförderte Projekte konkret beschreibt. (Gigabit Projektträger)

Ein entscheidender Mehrwert bei fiberhelp sind die Referenten: Sie bringen langjährige Erfahrung in Bau, Wartung und Betrieb von Glasfasernetzen mit, haben in der Normungsarbeit bei der DKE Messtechnik- und Glasfaserkabel-Normen mitgestaltet und Typmusterprüfungen von Glasfaserkabeln und Komponenten mit durchgeführt. Damit wird das Glasfaser Seminar nicht nur „Wissen“, sondern anwendbare Routine – von LWL Grundlagen über LWL Spleißtechnik bis zur OTDR Messung und zur norm- und förderkonformen Abnahmemessung Glasfaser.

Unterm Strich lohnt sich eine strukturierte Qualifizierungsroute: LWL GrundlagenLWL SpleißtechnikOTDR MessungAbnahmemessung Glasfaser inklusive Regelwerksbezug (ZTV, ZTV-43, ZTV-48) und Messtechnik-Normen (DIN EN 61280-4-2, DIN ISO/IEC 14763-3). Bei fiberhelp wird dieser Weg in einem gut ausgebauten Umfeld unterstützt – damit Teams sicher, effizient und abnahmefähig arbeiten können.

Tel: +49 152 2891 4469

Email: info(at)fiberhelp.de