Glasfaser-Steckverbinder
Der SC-Steckverbinder (Subscriber Connector) ist ein weit verbreiteter Glasfaserstecker mit Push-Pull-Verriegelung und einer 2,5-mm-Keramikferrule, der sich durch einfache Handhabung und gute Reproduzierbarkeit auszeichnet. Er ist in der Norm IEC 61754-4 spezifiziert und erfüllt – je nach Politur (PC, UPC, APC) – die Anforderungen an Einfüge- und Rückflussdämpfung gemäß IEC 61753.
Der LC-Steckverbinder (Lucent Connector) ist ein kompakter Glasfaser-Steckverbinder mit 1,25-mm-Ferrule, der vor allem in modernen Netzwerken mit hoher Portdichte eingesetzt wird. Durch sein Rast- bzw. Push-Pull-System ermöglicht er eine sichere, platzsparende und einfach zu handhabende Verbindung in Patchfeldern, Switches und SFP-Modulen.
Der E2000-Steckverbinder ist ein hochwertiger Glasfaserstecker mit integriertem automatischem Laserschutzdeckel, der beim Einstecken geöffnet und beim Abziehen selbstständig geschlossen wird. Er ist in der Norm IEC 61754-15 spezifiziert und erfüllt je nach Ausführung die Anforderungen an Einfüge- und Rückflussdämpfung gemäß IEC 61753, weshalb er besonders in Telekommunikations- und Hochsicherheitsanwendungen eingesetzt wird.
Der FC-Steckverbinder ist ein Glasfaserstecker mit Schraubverriegelung (Gewinde), der eine besonders stabile und vibrationssichere Verbindung ermöglicht und daher häufig in Mess- und Laborumgebungen eingesetzt wird. Er ist in der Norm IEC 61754-13 beschrieben und erfüllt je nach Politurart (PC, UPC, APC) die entsprechenden Anforderungen an Einfüge- und Rückflussdämpfung gemäß IEC 61753.
Der ST-Steckverbinder (Straight Tip) ist ein Glasfaserstecker mit Bajonettverschluss, der eine schnelle und einfache Steckverbindung ermöglicht und lange Zeit vor allem in Campus- und Industrieverkabelungen verbreitet war. Er ist in der Norm IEC 61754-2 spezifiziert und erfüllt – je nach Ausführung – die Anforderungen an Einfüge- und Rückflussdämpfung gemäß IEC 61753.
Der DIN-Steckverbinder ist ein Glasfaserstecker mit Schraubverriegelung und robuster Metallausführung, der vor allem in älteren Telekommunikations- und Industrieanwendungen eingesetzt wurde. Er ist in der Norm IEC 61754-3 beschrieben und erfüllt – abhängig von der Politur (z. B. PC oder APC) – die Anforderungen an Einfüge- und Rückflussdämpfung gemäß IEC 61753.
Der MPO-Steckverbinder (Multi-Fiber Push-On) ist ein Mehrfaserstecker, der je nach Ausführung 8, 12, 24 oder mehr Fasern in einer einzigen Ferrule bündelt und dadurch eine sehr hohe Packungsdichte ermöglicht. Er ist in der Norm IEC 61754-7 spezifiziert und erfüllt – abhängig von Qualitätsklasse und Politur – die Anforderungen an Einfüge- und Rückflussdämpfung gemäß IEC 61753.
Der SN-Steckverbinder (Subscriber/Small Formfactor Connector) ist ein kompakter Duplex-Glasfaserstecker mit sehr hoher Packungsdichte, der insbesondere in Rechenzentren und High-Density-Anwendungen eingesetzt wird. Er ist in der Norm IEC 61754-33 spezifiziert und erfüllt – abhängig von der Ausführung (z. B. UPC oder APC) – die Anforderungen an Einfüge- und Rückflussdämpfung gemäß IEC 61753.
Der CS-Steckverbinder ist ein kompakter Duplex-Glasfaserstecker mit 1,25-mm-Ferrulen und Push-Pull-Verriegelung, der für hohe Portdichten in Rechenzentren und modernen Transceivern entwickelt wurde. Er ist in der Norm IEC 61754-34 spezifiziert und erfüllt – je nach Ausführung (UPC/APC) – die Anforderungen an Einfüge- und Rückflussdämpfung gemäß IEC 61753.
Steckverbinder für Lichtwellenleiter (LWL) und Glasfaser
1. Grundlagen von Steckverbindern für Lichtwellenleiter
Steckverbinder sind zentrale Verbindungselemente in Lichtwellenleiter- (LWL-) und Glasfaser-Netzen. Sie ermöglichen eine lösbare, präzise und normgerechte Verbindung zwischen zwei Glasfasern oder zwischen Glasfaser und aktiver Technik (z. B. Transceiver, ODF oder Patchfeld).
Ein Steckverbinder besteht im Wesentlichen aus:
Ferrule (1,25 mm oder 2,5 mm Durchmesser),
Federmechanismus,
Führungshülse (Adapter),
Gehäuse mit Verriegelung (Push-Pull, Gewinde oder Bajonett),
Knickschutz.
Die Ferrule – meist aus Keramik gefertigt – sorgt für die exakte Zentrierung der Glasfaser und ist entscheidend für die optische Qualität der Verbindung.
2. Typen von LWL- und Glasfaser-Steckverbindern
Es existieren unterschiedliche Bauformen, die sich in Verriegelungsmechanismus und Ferrulendurchmesser unterscheiden.
Steckverbinder mit 2,5 mm Ferrule:
FC (Gewinde)
DIN 47256 (Gewinde)
SC (Push-Pull)
ST (Bajonett)
E2000 (Push-Pull)
Steckverbinder mit 1,25 mm Ferrule:
LC (Push-Pull)
MU
F3000
Der Trend in modernen Glasfaser-Netzen geht aufgrund höherer Packungsdichte zunehmend zu kompakten 1,25-mm-Systemen wie LC.
3. PC- und APC-Schliff bei Glasfaser-Steckverbindern
Ein entscheidendes Qualitätsmerkmal von LWL-Steckverbindern ist die Politur der Ferrulenstirnfläche:
PC (Physical Contact, 0°)
Leichter Rundschliff mit direktem Faserkontakt
Typische Rückflussdämpfung: ≥ 35 dB
Kennfarbe: BlauAPC (Angled Physical Contact, 8° bzw. 9°)
Schrägschliff zur Minimierung von Reflexionen
Typische Rückflussdämpfung: ≥ 60 dB
Kennfarbe: Grün
APC-Steckverbinder werden vor allem dort eingesetzt, wo hohe Anforderungen an die Rückflussdämpfung bestehen, beispielsweise in FTTH- oder Hochleistungsnetzen. Wichtig ist, dass PC- (blau) und APC- (grün) Steckverbinder niemals miteinander verbunden werden dürfen, da dies die Stirnflächen beschädigt und hohe Dämpfungen verursacht.
4. Verlustmechanismen bei LWL-Steckverbindungen
Die Qualität einer Glasfaser-Steckverbindung wird im Wesentlichen durch zwei Parameter bestimmt:
Einfügedämpfung (Insertion Loss, IL)
Soll möglichst klein sein
0,5 dB = gut
1 dB = schlecht
Die Einfügedämpfung steigt bei radialem Versatz, Winkelfehlern oder unzureichendem Faserkontakt.
Rückflussdämpfung (Return Loss, RL)
Soll möglichst groß sein
APC: ≥ 60 dB
PC: ≥ 35 dB
Hohe Reflexionen entstehen insbesondere bei Luftspalten oder verschmutzten Kontaktflächen.
Typische Verlustursachen:
Radialer Versatz der Fasern
Winkelfehler
Abstand der Faserendflächen
Verschmutzung oder Beschädigung der Stirnfläche
5. Inspektion und Reinigung von Glasfaser-Steckverbindern
Saubere Stirnflächen sind essenziell für stabile und verlustarme LWL-Verbindungen. Bereits kleinste Verschmutzungen im Kernbereich der Glasfaser können zu erhöhter Dämpfung oder instabilen Verbindungen führen.
Reinigungsmethoden:
Trockene Reinigung (z. B. One-Click Cleaner oder Bandreiniger)
Feuchte Reinigung mit fusselfreiem Tuch und hochreinem Isopropylalkohol
Grundregel:
Vor jeder Verbindung beide Stirnflächen reinigen und visuell prüfen.
6. Regeln im Umgang mit LWL- und Glasfaser-Steckverbindern
Nicht in offene Lichtwellenleiter schauen (Lasergefahr).
Offene Stecker stets mit Schutzkappen verschließen.
Adapter vor Staubeintritt schützen.
PC- und APC-Stecker nicht mischen.
Patchkabel vor mechanischer Beschädigung und Kratzern schützen.
Fazit
Steckverbinder sind zentrale Qualitätskomponenten in Lichtwellenleiter- und Glasfaser-Netzen. Bauform, Ferrulenpräzision, Schliffart (PC oder APC) sowie fachgerechte Reinigung und Handhabung bestimmen maßgeblich Einfüge- und Rückflussdämpfung. Nur durch normgerechte Komponenten und sauberes Arbeiten lassen sich dauerhaft stabile und leistungsfähige LWL-Verbindungen gewährleisten
Übersicht Normen Entwürfe
E DIN EN 61755-1:2013-03
Lichtwellenleiter – Verbindungselemente und passive Bauteile – Optische Schnittstellen von Lichtwellenleiter-Steckverbindern – Teil 1: Optische Schnittstellen von nicht-dispersionsverschobenen Einmodenfasern – Allgemeines und Leitfaden (IEC 86B/3513/CD:2012)
E DIN EN 61755-2-1:2013-03
Lichtwellenleiter – Verbindungselemente und passive Bauteile – Optische Schnittstellen von Lichtwellenleiter-Steckverbindern – Teil 2-1: Optische Schnittstelle von nicht-dispersionsverschobenen, nicht abgeschrägten Einmodenfasern mit physikalischem Kontakt (IEC 86B/3515/CD:2012)
E DIN EN 61755-2-2:2013-03
Lichtwellenleiter – Verbindungselemente und passive Bauteile – Optische Schnittstellen von Lichtwellenleiter-Steckverbindern – Teil 2-2: Optische Schnittstelle von nicht-dispersionsverschobenen, abgeschrägten Einmodenfasern mit physikalischem Kontakt (IEC 86B/3517/CD:2012)
E DIN EN 61755-2-4:2013-04
Lichtwellenleiter – Verbindungselemente und passive Bauteile – Optische Schnittstellen von Lichtwellenleiter-Steckverbindern – Teil 2-4: Optische Schnittstelle von nicht-dispersionsverschobenen, nicht abgeschrägten Einmodenfasern mit physikalischem Kontakt für die Anwendung mit Referenzsteckverbindern (IEC 86B/3584/CD:2013)
E DIN EN 61755-2-5:2013-04
Lichtwellenleiter – Verbindungselemente und passive Bauteile – Optische Schnittstellen von Lichtwellenleiter-Steckverbindern – Teil 2-4: Optische Schnittstelle von nicht-dispersionsverschobenen, abgeschrägten Einmodenfasern mit physikalischem Kontakt für die Anwendung mit Referenzsteckverbindern (IEC 86B/3585/CD:2013)
E DIN EN 61755-3-1:2013-03
Lichtwellenleiter – Verbindungselemente und passive Bauteile – Optische Schnittstellen für Lichtwellenleiter-Steckverbinder – Teil 3-1: Steckverbinder mit nicht abgeschrägten zylindrischen Zirkonium-Ferrulen mit 2,5 mm und 1,25 mm Durchmesser für nicht-dispersionsverschobene Einmodenfasern mit physikalischem Kontakt (IEC 86B/3519/CD:2012)
E DIN EN 61755-3-2:2013-01
Lichtwellenleiter – Verbindungselemente und passive Bauteile – Optische Schnittstellen für Lichtwellenleiter-Steckverbinder – Teil 3-2: Steckverbinder mit abgeschrägten zylindrischen Zirkonium-Ferrulen mit 2,5 mm und 1,25 mm Durchmesser für nicht-dispersionsverschobene Einmodenfasern mit physikalischem Kontakt (IEC 86B/3521/CD:2012)
E DIN EN 61755-3-31:2010-11
Lichtwellenleiter – Verbindungselemente und passive Bauteile – Optische Schnittstellen für Lichtwellenleiter-Steckverbinder – Teil 3-31: Optische Schnittstelle rechteckige Polyphenylensulfid-Ferrule 8 Grad abgewinkelt physikalischer Kontakt für Einmodenfasern (IEC 86B/3078/CD:2010)
E DIN EN 61755-3-32:2011-01
Lichtwellenleiter – Verbindungselemente und passive Bauteile – Teil 3-32: Optische Schnittstelle rechteckige duroplastische Epoxid-Ferrule 8 Grad abgewinkelt physikalischer Kontakt für Einmodenfasern (IEC 86B/3079/CD:2010)
E DIN EN 61755-3-7
Lichtwellenleiter – Verbindungselemente und passive Bauteile – Optische Schnittstellen von Lichtwellenleiter-Steckverbindern – Teil 3-7: Optische Schnittstellen-Steckverbinder mit zylindrischen Composite-Ferrulen mit 2,5 mm und 1,25 mm Durchmesser für nicht angeschrägte polierte Einmodenfaser, mit Titan als Material für die Faserfassung (IEC 86B/3739/CD:2014)
E DIN EN 61755-3-8
Lichtwellenleiter – Verbindungselemente und passive Bauteile – Optische Schnittstellen von Lichtwellenleiter-Steckverbindern – Teil 3-8: Optische Schnittstellen-Steckverbinder mit zylindrischen 8 Grad angeschrägten polierten Composite-Ferrulen mit 2,5 mm und 1,25 mm Durchmesser für nicht angeschrägte polierte Einmodenfaser, mit Titan als Material für die Faserfassung (IEC 86B/3741/CD:2014)
E DIN EN 61755-6-1:2013-11
Lichtwellenleiter – Verbindungselemente und passive Bauteile – Optische Schnittstellen von Lichtwellenleiter-Steckverbindern – Teil 6-1: Verbindung von nicht abgeschrägten Mehrmodenfasern mit 50 µm Kerndurchmesser mit physikalischem Kontakt (IEC 86B/3659/CD:2013)